Gesellschaften/Verbände


Die DGI ist für kommende Herausforderungen bestens vorbereitet

29.03.2021

Eröffnung des Online-Events mit Moderatorin Susanne Kluge- Paustian, Dr. Christian Hammächer und Prof. Dr. Dr. Knut Grötz.
Eröffnung des Online-Events mit Moderatorin Susanne Kluge- Paustian, Dr. Christian Hammächer und Prof. Dr. Dr. Knut Grötz.

Die DGI hat 2020 viel Flexibilität bewiesen und das Corona-Jahr gut gemeistert. Einen erfolgreichen Abschluss gab es mit dem DGI-Kongress am 1. Adventswochenende, der nach zahlreichen Umplanungen als reiner Online-Event mit beachtlichen 1.200 Teilnehmern durchgeführt wurde. Der Vorstand der Gesellschaft blickt optimistisch in das Jahr 2021: „Die DGI ist als größte wissenschaftliche Fachgesellschaft in der Implantologie für kommende Herausforderungen in allen Bereichen gut gewappnet und wird flexibel reagieren“, erklärt DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz.

Über den Erfolg des ersten virtuellen Jahreskongresses freut sich auch der DGI-Fortbildungsreferent Dr. Christian Hammächer, der zusammen mit DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz die Präsidentschaft des Events übernommen hatte. Erfreulich ist, dass im zurückliegenden Jahr auch unter Corona- Bedingungen die Fortbildung nicht völlig zum Erliegen kam. So starteten auch 2020 insgesamt acht Kursserien des DGI-APW-Curriculums Implantologie, dem mit Abstand erfolgreichsten Curriculum in der deutschen Zahnheilkunde, das bislang rund 6.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte absolviert haben.

„Wir haben im Rahmen des Curriculums sowohl Hybrid- als auch Online-Veranstaltungen angeboten“, erklärt Dr. Hammächer. Es wird auch Lösungen für jene Module geben, die Hands-on zwingend erfordern. Kurz: „Man kann chirurgische Techniken nicht lernen, in dem man ausschließlich Videofilme ansieht“, sagt Dr. Hammächer.

Neues Qualifikationssystem

In Planung befindet sich ein neues abgestuftes Qualifikationssystem für implantologisch Tätige. Patientinnen und Patienten sollen sich informieren können, über welche theoretischen und vor allem praktischen Fähigkeiten und Erfahrungen ihr Zahnarzt oder ihre Zahnärztin auf dem Gebiet der Implantologie verfügt.

Angefangen vom zertifizierten Implantologen, der das Curriculum absolviert hat, über den fortgeschrittenen Implantologen, der im Rahmen einer Prüfung 25 Behandlungsfälle mit einem entsprechenden Schwierigkeitsgrad präsentieren muss, seit zwei Jahren implantologisch tätig ist, mindestens 100 Implantate gesetzt hat und sich regelmäßig fortbildet bis hin zum zertifizierten Experten der DGI, dessen Anforderungsprofil dem Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie entspricht.

Neue Leitlinien

2021 wird auch die Leitlinienarbeit der DGI weitergehen. Es sind sogar zwei Konferenzen geplant. „Seit den Anfängen der Leitlinienarbeit 2010 hat die Gesellschaft entsprechend dem Regelwerk der AWMF neun Leitlinien vorgelegt“, resümiert Prof. Grötz.

Die älteren wurden schon wieder aktualisiert. Weitere Leitlinien werden bei der „Aktualisierungs-Konferenz“ überprüft und bei Bedarf überarbeitet.

Vier Leitlinien zu besonders aktuellen und relevanten Themen der Implantologie werden neu erstellt. Es sind dies die S3-Leitlinien zu Keramikimplantaten, Implantations- und Belastungszeitpunkte, Materialunverträglichkeiten und Platelet rich Fibrin (PRF).

DGI-Fortbildung – Rückblick und Ausblick

Neben beliebten Dauerbrennern hatten die Macher der Fortbildung mit 18 Kursen im Jahr 2020 viele neue Themen und Referenten auf die Agenda gesetzt – und dann kam ein Virus und wirbelte binnen kurzer Zeit erst einmal alles durcheinander. Etliche Kurse wurden verschoben oder sogar abgesagt, doch schnell schaltete das Team in den Innovationsmodus.

Einige Beispiele: Ein Webinar mit dem Dekan der School of Stomatology der Universität von Wuhan in China am 25. März hatte mehr als 9.000 Teilnehmer. Im zweiten Modul der Compact-Serie „Ästhetik“ demonstrierte nach der Sommerpause Prof. Dr. Michael Stimmelmayr im oberpfälzischen Cham, dass Fortbildung selbst mit Hands-on unter Pandemie-Bedingungen möglich ist.

Compact-Serie Ästhetik

Dass sich der Fokus bei vielen implantologisch tätigen Kolleginnen und Kollegen in Richtung Ästhetik verschiebt, wundert Dr. Norbert Grosse, Berater der Fortbildung und Schatzmeister der DGI, nicht. „Viele Standards im Fach sind gesetzt und etabliert, aber eine Therapie in der ästhetischen Zone ist und bleibt eine große Herausforderung.“

„Man muss eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten und Konzepten überblicken und kennen, um dann im Einzelfall einem Patienten oder einer Patientin das beste Konzept empfehlen zu können“, betont Dr. Hammächer. Hinzukommen die Schnittstellen zu anderen Bereichen, etwa Parodontologie und Prothetik, die bei Implantatversorgungen im Frontzahnbereich eine besondere Rolle spielen.

Nicht zuletzt erfordere eine Implantattherapie in diesem Bereich, so der Fortbildungsreferent, besondere Kenntnisse auf dem Gebiet des Weichgewebemanagements. Dr. Hammächer: „Darum war es uns wichtig, die „Compact-Serie Ästhetik“ zu entwickeln und den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, ihre Qualifikation durch ein Zertifikat auch den Patienten zu vermitteln.“

CAD/CAM kompakt

2021 wird eine weitere Compact-Serie zum Thema „CAD/CAM“ angeboten. Dass es dazu eine Vielzahl von Fortbildungsangeboten gibt, schreckt das Team der Fortbildung nicht.

Es zieht sich ein roter Faden durch alle vier Module: Digitale Konzepte werden umfassend für alle Abschnitte der Behandlung und verschiedene Indikationen präsentiert – angefangen von den Grundlagen über die Themen „festsitzende Versorgungen im digitalen Workflow“, den „sinnvollen Einsatz digitaler Strategien bei der Versorgung des stark reduzierten Restgebisses und des zahnlosen Kiefers“ bis zur „Chairside-Erstellung verschraubter Einzelkronen auf Implantaten“.

„Alle Inhalte werden so präsentiert, dass sie in der Praxis umsetzbar sind“, betont Dr. Hammächer. „Unser Ziel ist es, dass die Teilnehmer der Serie Schritt für Schritt erfahren, wie sie den Weg in die digitale Zukunft sichergehen und digitale Prozesse in ihre Praxis implementieren können.“

„Wir fahren auf Sicht weiter, aber wir fahren“

  • Hands-on unter Pandemie-Bedingungen beim Kurs mit Prof. Dr. Michael Stimmelmayr.

  • Hands-on unter Pandemie-Bedingungen beim Kurs mit Prof. Dr. Michael Stimmelmayr.
    © DGI
Natürlich wird die DGI auch in diesem Jahr ein- oder zweitägige Fortbildungskurse anbieten – und dabei die Rahmenbedingungen der Pandemie berücksichtigen. Nötig sind individuelle Konzepte und Entscheidungen für jeden Kurs, angepasst an die jeweiligen behördlichen Vorgaben sowie die fachlichen Erfordernisse. Dr. Hammächer: „Wir werden ganz individuell reagieren und das gesamte Spektrum der Möglichkeiten nutzen: Online, Hybrid, Präsenzkurs - denn ein Shutdown der Fortbildung kann natürlich nicht die Lösung sein.“

Ebenso gelte es, immer wieder auch nach neuen Wegen zu suchen“, sagt der Fortbildungsreferent. „Wir überlegen beispielsweise, ob es möglich ist, auch praktische Übungen im Rahmen von Online-Kursen zu Hause zu integrieren. Unsere Lernkurve wird weiterhin steil bleiben, aber entscheidend ist“, betont Dr. Hammächer, „dass die Fortbildung der DGI läuft.“

Im Fokus: Nachwuchs und Patienten

Wichtig ist für die DGI auch weiterhin ihre Nachwuchs-Organisation Nexte Generation, um den Austausch mit dem zahnärztlichen Nachwuchs weiter zu intensivieren. Einen im Vorjahr von den Fachschaftsvertretern formulierter Wunsch hat die DGI bei ihrem Online-Event umgesetzt: Studierende hatten kostenlosen Zugang zu der Veranstaltung und konnten darüber hinaus in den Pausen mit Mitgliedern der Nexte Generation im Studi-Zoom über das Gesehene und Gehörte sowie andere Themen diskutieren.

Weiter soll es in diesem Jahr eine größere Umfrage unter Studierenden geben. Die DGI möchte wissen, wie der Nachwuchs die derzeitige implantologischen Ausbildung an den Hochschulen beurteilt.

Auf der Agenda stehen für 2021 leitlinienbasierte Patienteninformationen, die auf der Website der DGI verfügbar sein werden und auch den Praxen und Kliniken zur Verfügung stehen. „Die DGI hat inzwischen eine Vielzahl von Leitlinien, aus denen sich für Patienten zielgruppengerecht aufbereitete Informationen ableiten lassen“, erklärt Dr. Dr. Annette Strunz, die Pressesprecherin der DGI.

Interdisziplinärer Implantologen-Tag 2021 in Wiesbaden 

Dem DGI-Präsidenten liegt die enge Zusammenarbeit mit anderen (zahn-)medizinischen Fachgesellschaften besonders am Herzen. Dies ist ablesbar am Konzept eines Kongresses, der zum Ende dieses Jahres den Fokus des traditionellen Jahreskongresses der DGI am 1. Adventswochenende erweitern wird. Unter dem Titel „Deutscher Implantologen-Tag“ fungieren als Gastgeber die DGI zusammen mit der DGOI und der Nachwuchsorganisation Next Generation der DGI.

Als wissenschaftliche Gastgesellschaften sind eingeladen die DG PARO, die DG Pro, die DGÄZ und als nicht-zahnmedizinische Gesellschaft die DGIM (DG Innere Medizin). Ebenfalls beteiligt ist die AO (Academy of Osseointegration). Traditionell spielen die jeweiligen Landesverbände der DGI eine besondere Rolle, 2021 der LV Hessen und der LV Rheinland-Pfalz.


Quelle:
DGI - Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V.


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