Interviews


Ein spezielles Implantat für die Sofortimplantation

Sofortimplantation mit einem NobelActive-Implantat.
Sofortimplantation mit einem NobelActive-Implantat.

Als Nobel Biocare das Implantat NobelActive vor 10 Jahren einführte, galt dies als revolutionär. Seither wurde es in über 42 klinischen Studien mit über 14.300 Original-Implantaten bei mehr als 2.600 Patienten wissenschaftlich überprüft und dokumentiert. Es ist aktuell eines der meist kopierten Implantate, so die Aussage des Branchenvorreiters Nobel Biocare. Dr. Stefan Scherg ist erfahrener NobelActive-Anwender der ersten Stunde und hat uns einige Fragen beantwortet.

DI: Das NobelActive ist ein Implantat für die Sofortimplantation plus Sofortbelastung. Warum?

Dr. Scherg: Um die Fixtur sofort versorgen zu können und damit die Extraktionsalveole zusätzlich zu stützen, muss eine möglichst hohe Primärstabilität erzielt werden. Hier bringt NobelActive die optimalen Eigenschaften mit. Der sich erweiternde, wurzelförmige Implantatkörper verhält sich im koronalen Drittel wie ein Osteotom und das doppelläufige Kompressionsgewinde mit apikal weit ausladenden Gewindeflanken zur Spitze hin verdichtet durch eine minimale Osteotomie den Knochen, sodass die für Sofortimplantationen mit Sofortversorgungen notwendige Primärstabilität erzielt werden kann. Dank der Kammern für das Rückwärtsschneiden mit apikalen Bohrschneiden kann die Implantatposition optimal der Extraktionsalveole angepasst werden.

DI: Welche Studien belegen den Erfolg?

Dr. Scherg: Die Langzeitergebnisse belegen eine hohe Gesamtüberlebensrate von 95,7 bis 100% nach 2 und 5 Jahren in verschiedenen klinischen Situationen und bei Protokollen zur Sofortbelastung. NobelActive mit der TiUnite-Oberfläche bewahrt die hohe Stabilität während der Einheilung durch schnelle Knochenbildung und fördert den langfristigen Erfolg. Auch in punkto Weichgewebsmanagement spricht die Studienlage für das Implantat. Studien mit Protokoll für die Sofortbelastung zeigen einen insgesamt signifikanten Anstieg im Papillenindex (P < 0,001; Wilcoxon-Signed-Rank-Test) von der Implantatinsertion bis zur Nachuntersuchung nach 3 Jahren. Das Implantat verfügt über eine Innenkonusverbindung und ein integriertes Platform Switching für eine verbesserte Weichgewebsanlagerung, das durch den inversen Konusverlauf im Schulterbereich verstärkt wird.

DI: Mittlerweile gibt es am Markt eine Vielzahl von Nachbauten. Kann man diese problemlos einsetzen und bei welchen Indikationen?

Dr. Scherg: Neben der umfangreichen wissenschaftlichen Begleitung fällt nach über 10 Jahren Anwendung vor allem die Praktikabilität im Praxisalltag positiv auf. So deckt es alle Indikationen ab – vom Einzelzahn bis hin zum zahnlosen Kiefer. Bei schwierigen Knochenverhältnissen findet sich eine ausreichende Primärstabilität, um zu augmentieren oder das Konzept Sofortimplantat/-versorgung einzusetzen. In der Prothetik stehen alle konischen Implantat- Abutment-Optionen offen. Die Qualität des Produktes wird auch dadurch deutlich, dass kein vergleichbares Implantat in so hoher Stückzahl über 10 Jahre hinweg weltweit so erfolgreich eingesetzt wurde.

DI: Vielen Dank, Herr Dr. Scherg, für das Interview.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Stefan M. Scherg