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Fokus Bildgebung

Von der Crook‘schen Röhre zum High-End 3D-Röntgen in der Zahnmedizin

Abb. 1: Fünf verschiedene Field of View: 5x5, 6x8, 8x8, 8x15, 13x15.
Abb. 1: Fünf verschiedene Field of View: 5x5, 6x8, 8x8, 8x15, 13x15.

Anfang 1896 berichtete die Frankfurter Zeitung über die Entdeckung eines naturwissenschaftlichen Phänomens. Conrad Röntgen hatte „eine Crook‘sche Röhre mit Stoff umwickelt auf seinem Laboratoriumstisch und ließ zu irgendeinem Zwecke einen sehr starken elektrischen Strom durch dieselbe gehen“. Nach einiger Zeit bemerkte er, dass in einer gewissen Entfernung ein präpariertes Papier Linien zeigte, die bis zu dem damaligen Zeitpunkt bei Einwirkung von Elektrizität nicht beobachtet worden waren. Mit dieser zufälligen Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen legte er zunächst unbewusst den Grundstein für die zahnärztliche Radiologie.

Die damals praktizierenden Zahnärzte erkannten den Nutzen der fränkischen Erfindung sehr schnell. Bereits Ende Januar 1896 erblickte das erste Röntgenbild im Dienste der Zahnmedizin das Licht der Welt. Doch der Weg von den ersten einfachen Röntgenröhren zu computergesteuerten Apparaturen auf Hightech-Niveau war weit.

Schon lange gehört die Röntgen-Diagnostik zum Praxisalltag. Dennoch verdient die zahnärztliche Radiologie deutlich mehr Aufmerksamkeit, als ihr gemeinhin zuteil wird. Nicht selten entscheidet die Qualität der Aufnahme über Erfolg oder Misserfolg der Behandlung.

Heute wird jede dritte medizinische Röntgenaufnahme durch Zahnärzte angeordnet, denn die komplexe Anatomie des Gesichtsschädels erfordert eine zunehmend bildbasierte Planung der notwendigen Intervention. Diese zahnmedizinischen Aufnahmen sind heute technisch so optimiert, dass sie mit nur 0,3 % zur Gesamtdosis aller medizinischen Röntgenaufnahmen beitragen (Bundesamt für Strahlenschutz). Die zielgerichtete Anwendung der Digitalen Volumentomografie setzt allerdings die Kenntnis der technischen Systemparameter voraus, um die Strahlenbelastung für Patient und Personal so gering wie möglich zu halten [Horner K et al. 2013]. Neben der gängigen Untersuchungsmethode mittels Zahnfilm und Panoramaschichtaufnahme konnten in den letzten Jahren weiterführende Techniken auf Basis der digitalen Volumentomografie in das diagnostische Spektrum integriert werden. Auch das Thema „Bildqualität“ war und ist Gegenstand der Forschung bei den Herstellern von modernen Röntgengeräten, denn die Bedeutung des Röntgenbildes für die Entscheidung des Zahnarztes über Krankheitsbild und Behandlung eines Patienten steigt weiter [Zöller und Neugebauer 2013].

Die 3D-Röntgendiagnostik hat in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Dies bedeutet nicht, dass die klassischen radiologischen Techniken in den Hintergrund gedrängt werden. Vielmehr bietet die 3D-Diagnostik heute bei fraglichen Befunden eine Möglichkeit der effektiven Abklärung ohne eine erhöhte Strahlenbelastung, wie sie bei der Anwendung medizinischer CTs bei vergleichbarer Auflösung anfällt. Die möglichen Indikationen zur Anwendung der dreidimensionalen Diagnostik sind in der gültigen Leitlinie der DGZMK beschrieben, die in kurzen Zeitabständen aktualisiert wird.

Die Röntgendiagnostik stellt so ein adjuvantes diagnostisches Verfahren dar, was in aller Regel eine vorherige klinische Untersuchung sowie Anamneseerhebung voraussetzt. Wie bei jeder Röntgenuntersuchung gilt auch bei der Anwendung der DVT grundsätzlich das ALARA-(As low as reasonably achievable-) Prinzip [Commission 2004, Farman, 2005]. Das bedeutet, dass die Anwendung mit der geringstmöglichen Strahlendosis zu erfolgen hat, die zugleich eine für die Fragestellung suffiziente Abbildungsqualität garantiert. § 23 der Röntgenverordnung (RöV) fordert zusätzlich im Rahmen der rechtfertigenden Indikation für jede Röntgenaufnahme individuell „die Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der Anwendung am Menschen gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt“ [Bundesregierung BRD, 2002]. Diese Grundprinzipien und Verordnungen bestimmen so das Handeln der Zahnärzte und setzen Rahmenbedingungen für die Entwicklungsingenieure und Hersteller mit möglichst geringer Dosis und verschiedenen Fields of View eine aussagekräftige Darstellung der anatomischen Strukturen zu realisieren.

Panoramaufnahmen in 2D

  • Abb. 2: Panoramaschichtaufnahme von 53-jährigem Patient zur Abklärung von parodontalem Knochenabbau, sowie präimplantologische Übersicht im Unterkiefer.

  • Abb. 2: Panoramaschichtaufnahme von 53-jährigem Patient zur Abklärung von parodontalem Knochenabbau, sowie präimplantologische Übersicht im Unterkiefer.
Oft kommt es in der bildgebenden Diagnostik auf Details an. Aber eine ganze Reihe von Indikationen in der Zahnheilkunde erfordert auch die Darstellung sämtlicher Zähne und Zahnanlagen. Solche Übersichtsbilder, auch Panoramaschichtaufnahmen genannt, sind zum Beispiel bei umfangreichen Zahnsanierungen, vor einem operativen Eingriff, im Rahmen einer Implantatversorgung oder bei einer kieferorthopädischen Behandlung elementar wichtig (Abb. 2). Aber auch für eine gründliche Eingangsuntersuchung ist eine Gesamtübersicht über Ober- und Unterkiefer unumgänglich. Die Strahlendosis einer digitalen Panoramaaufnahme ist dabei trotz des größeren Aufnahmebereichs nur unwesentlich höher als bei normal erstellten Zahnfilmen. Dafür ist die Auflösung der in Panoramatechnik hergestellten Bilder etwas geringer als bei intraoralen Aufnahmen. Das Schichtverfahren, bei dem die Ebenen vor und nach der Abbildungsebene verwischt werden, erlaubt nur eine Abbildung von sechs Linienpaaren pro Millimeter. Im Praxisalltag ist es deshalb von Vorteil, wenn dem Zahnarzt die intra- und extraorale Technik zur Verfügung steht. Ideal ist ein digitales System, mit dem man die verschiedenen Aufnahmearten mit einer Technik ansehen kann. Die Hersteller von zahnärztlichen Röntgengeräten haben sich bereits auf dieses Bedürfnis eingestellt. Orientiert an den Vorzügen der digitalen Technik bieten diese Geräte die unterschiedlichsten Panorama- und Fernröntgenprogramme.

Volumentomografie im zahnärztlichen Praxisalltag

  • Abb. 3: Die offene Bauweise des Gerätes ermöglicht einen bequemen Zugang für Patient und Personal, sowie eine bequeme und sichere Fixierung des Kopfes

  • Abb. 3: Die offene Bauweise des Gerätes ermöglicht einen bequemen Zugang für Patient und Personal, sowie eine bequeme und sichere Fixierung des Kopfes
Insbesondere im Dentalbereich kann eine neue Technologie nur erfolgreich eingeführt werden, wenn sie sowohl im Krankenhausbetrieb als auch in der niedergelassenen Praxis integriert werden kann. Integration bedeutet hierbei die Einbindung in vorhandene räumliche Strukturen, die Erweiterung bestehender Arbeitsabläufe sowie die Etablierung durchgängiger Bedienkonzepte von der Bildaufnahme über die Befundung und Behandlungsplanung bis hin zur Behandlung selbst [Ritter et al. 2009]. In einer konventionellen Praxis stehen meist keine separaten Diagnostikräume, wie etwa in der Radiologie üblich, zur Verfügung. Das Gerät muss also, genau wie herkömmliche Panoramageräte, in die örtlichen Gegebenheiten und vorhandenen Praxisräume eingefügt werden können. Für den Ablauf in der Praxis ist es von Vorteil, wenn sich das DVT-Gerät hinsichtlich seiner Bedienung nicht wesentlich von Panoramageräten unterscheidet. Auch die vorbereitenden Schritte zum Anfertigen einer 3DAufnahme sollten fließend in den Praxisablauf integrierbar sein. Dies schließt auch die einfache Patientenpositionierung zur optimalen Bildaufnahme mit ein. Dabei ist zu beachten, dass das DVT-Datenvolumen um das Drehzentrum des Gerätes, das sogenannte Isozentrum, generiert wird [Zöller und Neugebauer 2013]. Ist dieses Volumen klein, bedarf es zusätzlicher Mittel, um das Zielvolumen exakt zu finden und den Patienten in Bezug zum Isozentrum und Zielvolumen zu positionieren. Das gilt vor allem für kleine Fields of View, wie sie in der Endodontie zur Anwendung kommen. Bei der Volumentomografie wird aus vielen Einzelbildern, die während der Drehung aufgenommen werden, das gesamte Volumen numerisch berechnet. Alle anderen Ansichten, wie Panoramadarstellungen und transversale Schnitte, werden anschließend aus dem Volumen rekonstruiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Panoramageräten gibt es also keine Fehlaufnahmen in dem Sinne, dass die Parameter für die Panoramakurve oder die Lage der transversalen Schichtaufnahme falsch eingestellt waren und die Aufnahme aus diesem Grund wiederholt werden müsste. Alle Ansichten können, falls erforderlich, im Nachhinein korrigiert werden. Wie bei den herkömmlichen Panoramageräten auch, muss der Patient jedoch während der Bildaufnahme fixiert sein, damit die Bildqualität nicht beeinträchtigt wird. Eine Bewegung des Patienten zeigt sich bei herkömmlichen Panoramageräten in einem Versatz der Aufnahme, wobei die Bildschärfe vor und nach dem „Verwackeln“ unbeeinflusst bleibt. Bei den DVT-Geräten können sich Bewegungsartefakte hingegen als „Schatten“ manifestieren und die Bildqualität leidet im Ganzen. Somit sind kurze Aufnahmezeiten und eine vom Patienten akzeptierte bequeme Fixierung notwendig. Moderne Geräte erlauben je nach gewähltem Aufnahmemodus schon Aufnahmezeiten von unter 15 Sekunden. Generell ist es sowohl für den Ablauf in der Praxis als auch für das Wohlbefinden und damit die Kooperation des Patienten von Vorteil, wenn er möglichst bequem positioniert werden kann. Dies schließt eine einfache Zugänglichkeit der Patientenposition sowie ggf. auch das Anbringen von Spiegeln mit ein, die es dem Patienten ermöglichen, Kontrollverlustängste zu bewältigen (Abb. 3).

Ein anderer, aber ganz wesentlicher Aspekt der Integration in die zahnärztliche Praxis ist nicht zuletzt eine bedienerfreundliche Software und ein durchgängiges Softwarekonzept. Wie in allen Bereichen kommt auch im Dentalbereich der Software eine immer größere Bedeutung zu. Im Rahmen der DVT sind riesige Datenmengen zu verarbeiten, die nur mit einer intuitiv bedienbaren Software nutzbar gemacht werden können. Damit für den Arzt mit dieser Datenmenge auch eine genauere Diagnose möglich wird, muss die Software ihm die relevanten Informationen aus den Daten herausfiltern und einfach darstellen können. Die Software sollte den Zahnarzt nicht durch eine komplexe Bedienung von seiner eigentlichen Tätigkeit ablenken oder ihm wichtige in den Daten enthaltene Informationen vorenthaIten. Aufgrund der großen anfallenden Datenmengen stellt die Integration der neuen DVT-Systeme in die zahnärztliche Praxis eine besondere Herausforderung dar. Die Datenmenge einer Gesamtaufnahme liegt je nach System zwischen 50 und 300 Megabyte. Diese Daten müssen so gespeichert werden, dass zum einen für eine bestimmte Zeit schnell und bequem darauf zugegriffen werden kann und zum anderen die Daten (oder das relevante Extrakt) zu Dokumentationszwecken langfristig archiviert sind. Für die zahnärztliche Praxis ermöglichen NAS-Systeme (Network Attached Storage) mit entsprechenden Sicherungen eine handhabbare und kostengünstige Lösung, die den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird.

Darstellung von DVT-Daten in der Software

Für die morphologische Auswertung von DVT-Daten müssen die für die jeweilige Untersuchung wesentlichen Informationen hervorgehoben werden. So ist die Bestimmung von Dichtewerten, Histogrammen und anderen Gewebeparametern sowie geometrischen Größen jederzeit möglich. Das eröffnet dem behandelnden Arzt die Möglichkeit, Veränderungen an den anatomischen Strukturen des Patienten optimal darstellen und betrachten zu können. Für eine fallspezifisch bessere Übersicht können aus dem dreidimensionalen Originalbildvolumen auch zweidimensionale Schichtbilder der drei orthograden Hauptebenen (Axial-, Sagittal- und Koronalebene) generiert werden (Abb. 4).

  • Abb. 4: Desktop-Übersicht im OnDemand 3D-Programm mit axialer, transversaler und Pan-Ansicht sowie 3D-Ansicht zur besseren Orientierung und räumlichen Darstellung der Kiefermorphologie sowie die Darstellung von gefährdeten anatomischen Strukturen, wie Nasennebenhöhle oder den Canalis mandibularis.
  • Abb. 5: Semitransparente Volumendarstellung zur Abklärung der räumlichen Ausdehnung einer klinisch chronisch verlaufenden apikalen Entzündung in regio 36 mit Pfeilerbewertung und Planung des operativen Zugangsweges bei Wurzelspitzenresektion sowie präoperative Patientenaufklärung.
  • Abb. 4: Desktop-Übersicht im OnDemand 3D-Programm mit axialer, transversaler und Pan-Ansicht sowie 3D-Ansicht zur besseren Orientierung und räumlichen Darstellung der Kiefermorphologie sowie die Darstellung von gefährdeten anatomischen Strukturen, wie Nasennebenhöhle oder den Canalis mandibularis.
  • Abb. 5: Semitransparente Volumendarstellung zur Abklärung der räumlichen Ausdehnung einer klinisch chronisch verlaufenden apikalen Entzündung in regio 36 mit Pfeilerbewertung und Planung des operativen Zugangsweges bei Wurzelspitzenresektion sowie präoperative Patientenaufklärung.

  • Abb. 6: Implantatplanung mit FOV von 6x8 unter Nutzen der „In2Guide“-Software.
  • Abb. 7: Ceph-Einstellung „PediatricLateral, reducedField“ mit hoher Bildqualität.
  • Abb. 6: Implantatplanung mit FOV von 6x8 unter Nutzen der „In2Guide“-Software.
  • Abb. 7: Ceph-Einstellung „PediatricLateral, reducedField“ mit hoher Bildqualität.

  • Abb. 8: Übersichtlich Darstellung der anatomischen Strukturen in drei räumlichen Ebenen und 3D vor Implantatversorgung im Ober- und Unterkiefer.
  • Abb. 9: Vermessung des Knochenangebotes und Planung der Implantatachse.
  • Abb. 8: Übersichtlich Darstellung der anatomischen Strukturen in drei räumlichen Ebenen und 3D vor Implantatversorgung im Ober- und Unterkiefer.
  • Abb. 9: Vermessung des Knochenangebotes und Planung der Implantatachse.

Die dreidimensionale Visualisierung von Volumendaten ist heute ein wichtiges Hilfsmittel der klinischen Diagnostik. Bereits 1989 wurde der Einsatz dreidimensionaler Bilddarstellungen in einer prospektiven Studie klinisch erprobt [Langer M et al. 1989]. In 90 % der insgesamt 150 untersuchten Fälle wurde die 3D-Bilddarstellung von den behandelnden Chirurgen als therapeutisch hilfreich eingestuft. Insbesondere im kieferchirurgischen Bereich verhilft die dreidimensionale Darstellung des Gesichtsschädels zu einem besseren räumlichen Eindruck von ossären Destruktionen und damit zum besseren Verständnis ihrer operativen Behandlungsmöglichkeiten. Zahlreiche Methoden wurden entwickelt, um für unterschiedlichste Anwendungen die jeweils bestmögliche Darstellung der anatomischen Strukturen zu erzielen. Differenziert wird dabei zwischen volumenbasierten und oberflächenbasierten Visualisierungsverfahren, die jeweils eine ganz unterschiedliche Abbildung der Volumenaufnahmen ermöglichen und somit supplementär genutzt werden können. Volumen basierte Darstellungsverfahren ermöglichen die semitransparente Darstellung des gesamten Bildvolumens und erlauben so Einblick in das „Innere“ der Objekte (Abb. 5). Unterschiedlichste Informationen können aus dem Datenvolumen interaktiv extrahiert werden, um z. B. Aufbau und Komplexität einzelner Strukturen verstehen zu können [Zöller und Neugebauer 2013]. Die semitransparente Volumendarstellung lässt sich gut zur Abklärung der räumlichen Ausdehnung einer klinisch chronisch verlaufenden Entzündung und Planung des operativen Zugangsweges bei einer möglicherweise notwendigen chirurgischen Intervention sowie zur umfassenden präoperativen Patientenaufklärung nutzen.

Erfahrungen mit meinem neuen DVT

Nachdem ich seit 2010 durch meine internationale klinische Tätigkeit in verschiedenen Kliniken die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Geräte auf dem Dentalmarkt kennenlernen konnte, habe ich mich im Rahmen der Neuausstattung unserer Praxis für das OP300 Maxio von KaVo entschieden. Wir waren damit deutschlandweit die erste Praxis, die dieses Gerät orderte und in der täglichen Praxis auf Anwender- und Patiententauglichkeit testen durfte. Das vom KaVo Pan eXam Plus 3 D bekannte modulare Konzept wurde beibehalten und erweitert, was für maximale Investitionssicherheit für den niedergelassenen Kollegen sorgt. Das 3-in-1 Röntgengerät mit den Optionen 2D-Panoramaaufnahmen, Fernröntgenund 3D-Volumenaufnahmen, bietet für alle allgemeintätigen Zahnärzte, aber auch für Spezialisten der Implantologie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie für Paro- und Endodontologen eine solide Diagnostikeinheit auf höchstem Qualitätsniveau.

Geringe Strahlendosis dank Low Dose Technology

Ein entscheidendes Kriterium bei der Neuanschaffung eines Dentalröntgengerätes ist heute für alle verantwortungsbewussten Kollegen die Frage nach der effektiven Strahlendosis. Hier sind die Entwickler ein gutes Stück vorangekommen. Low Dose Technology – das bedeutet für die klinische Anwendung: Strahlenreduktion bei optimierter Bildqualität. Die nach Herstellerangaben einzigartige Low Dose Technology (LDT) des OP300 Maxio erstellt hochqualitative 3D-Röntgenbilder mit geringer Strahlendosis. Modernste Technologie optimiert die Bildqualität. Das gilt besonders für sensible Röntgenfälle, wie bei der Erstellung von Folgeaufnahmen, der Implantatplanung oder bei Kindern. Die so erreichte Strahlenreduktion zum Schutz der Patienten ist damit ein unverzichtbarer Mehrwert. Auch die intelligente Strahlenkontrolle für 2D-Aufnahmen, die sogenannte ADC (Automatic Dose Control) und ASC (Automatic Spine Control) sind hervorzuheben.

Verschiedene Volumengrößen

Die fünf verschiedenen Volumengrößen sorgen für eine sichere 3D-Diagnostik in der gesamten maxillofazialen Region. Sie bieten indikationsbezogene und vielseitige Einsatzmöglichkeiten für die tägliche Praxis und sollten vom Behandler sorgfältig ausgewählt werden (Abb. 1).

  • Abb. 10: Gute Übersicht und intuitive Menüführung mit dem 10“ Touchpanel.

  • Abb. 10: Gute Übersicht und intuitive Menüführung mit dem 10“ Touchpanel.
Die neue und vollständig überarbeitete Bedienoberfläche des OP300 Maxio Touchpanels ist so konzipiert, dass die Bedienung einfach und intuitiv erfolgen kann (Abb. 10). Dank übersichtlicher Strukturierung und einem modernen Design mit leicht verständlichen Icons und Bildern ist die Bedienung jederzeit anwenderfreundlich und sogar mit OP-Handschuhen möglich. Egal welche Art von Röntgenaufnahme man machen möchte, mit dem 10“ großen Touchpanel ist eine einfache Bedienung garantiert und man profitiert durch Zeitersparnis und hohe Bediensicherheit. Auch die Möglichkeit eine Scout-Aufnahme mit minimalster Strahlendosis zu erstellen soll erwähnt werden. Mittels neuer Bedienoberfl äche wird bei der Erstellung einer 3D-Aufnahme das gewählte Volumen ganz einfach auf dem Kieferbogen positioniert. SmartView™ erstellt ein zusätzliches 2D-Scoutbild und ermöglicht die exakte Ausrichtung auf die Befundregion und vermeidet so Fehlaufnahmen. Die frei wählbare Positionierung des Volumens entlang des Kieferbogens mit Hilfe des Touchpanels ist einfach und bietet zusätzlich Sicherheit, besonders bei kleiner Volumengröße. Für alle Volumengrößen kann man aus drei Bildauflösungsmodi wählen. Zusätzlich steht für das 5 x Ø 5 cm Volumen die „Endo-Option“ zur Verfügung. So kann der Zahnarzt auch hier durch Auswahl der Modi in Hinsicht auf die jeweilige Indikation die geeignete Auflösung festlegen:

Die Metallartefaktreduktion (MAR) reduziert den Einfl uss der Streustrahlung (Abb. 11), die an sehr dichten Strukturen im Röntgenvolumen entstehen. Damit wird insbesondere die Darstellung von Zähnen mit gefüllten Wurzelkanälen verbessert oder die unmittelbare Umgebung um metallische Implantate besser beurteilbar (Abb. 12). Auch diese Funktion möchte ich in Zukunft nicht mehr missen.

  • Abb. 11: Typische Streustrahlung durch Wurzelfüllstifte oder Implantate und Kronen ohne MAR-Nutzung.
  • Abb. 12: Durch Nutzen der Metallartefaktreduktion (MAR) lässt sich beim gleichen Patienten eine deutlich klarere Bildaussage unmittelbar neben einem metallischen Implantat generieren.
  • Abb. 11: Typische Streustrahlung durch Wurzelfüllstifte oder Implantate und Kronen ohne MAR-Nutzung.
  • Abb. 12: Durch Nutzen der Metallartefaktreduktion (MAR) lässt sich beim gleichen Patienten eine deutlich klarere Bildaussage unmittelbar neben einem metallischen Implantat generieren.

Mehr Bildinformation durch Multilayer Pan-Aufnahme

Die sogenannte Multilayer Pan-Funktion des OP300 Maxio muss auch erwähnt werden, denn sie liefert dem Behandler fünf Schichten mit nur einer Aufnahme (Abb. 13). Auf diese Weise wird die Patientenpositionierung erleichtert und Wiederholungsaufnahmen werden vermieden. Für die Multilayer Pan-Aufnahme wird die gleiche Umlaufzeit und Dosis wie für eine Panoramaaufnahme mit nur einer Schicht benötigt. Ich sehe es als einen großen Vorteil an, dass alle fünf Schichten für die Diagnostik zur Verfügung stehen. Indem man die verschiedenen Schichten auswertet, kann man bereits eine räumliche Vorstellung erhalten und so möglicherweise auf eine zusätzliche 3D-Aufnahme zugunsten der Strahlenreduktion verzichten. Ansonsten wählt man jeweils die beste Schicht für die Befundung aus. Abbildung 15 zeigt schematisch die Schichten über die Zahnreihe projiziert, wobei die mittlere die dickste Schicht ist. Prinzipiell kann man aber auch eine Schicht für die Standard-Panoramaaufnahme festlegen.

  • Abb. 13: Die Multilayer Pan-Aufnahme liefert fünf Schichten bei gleicher Umlaufzeit und Dosis, wie für eine Panoramaaufnahme mit nur einer Schicht benötigt.
  • Abb. 14: Mehrere Lichtvisiere erleichtern je nach 2D- oder 3D-Aufnahmemodus die richtige Positionierung des Patienten.
  • Abb. 13: Die Multilayer Pan-Aufnahme liefert fünf Schichten bei gleicher Umlaufzeit und Dosis, wie für eine Panoramaaufnahme mit nur einer Schicht benötigt.
  • Abb. 14: Mehrere Lichtvisiere erleichtern je nach 2D- oder 3D-Aufnahmemodus die richtige Positionierung des Patienten.

  • Abb. 15: Schematische Darstellung der Schichten über die Zahnreihe projiziert, wobei die mittlere die dickste Schicht ist. Prinzipiell kann man aber auch eine Schicht für die Standard-Panoramaaufnahme festlegen.
  • Abb. 15: Schematische Darstellung der Schichten über die Zahnreihe projiziert, wobei die mittlere die dickste Schicht ist. Prinzipiell kann man aber auch eine Schicht für die Standard-Panoramaaufnahme festlegen.

Diese Funktion vergrößert die Schichtstärke des Fokusbereichs im Vergleich zur Standard-Panoramaaufnahme. Dadurch entstehen weniger Fehler bei der Patientenpositionierung und Sie können schwierige Fälle mit Malokklusion, z. B. extremen Unterkiefervorbiss oder extreme Unterkieferrückbisslage wesentlich besser handhaben. Last but not least ist auch die stabile und sichere Patientenpositionierung ein nicht zu vernachlässigendes Qualitätskriterium. Hier bietet der Hersteller ein 5-Punkt-Positionierungssystem mit Kopfstütze, Kinnstütze und Aufbissblock, um Patientenbewegungen weitestgehend zu vermeiden (Abb. 3 und 14). Das offene Design bietet für den Behandler oder das Bedienpersonal einen erstklassigen Überblick und ermöglicht das Positionieren des Patienten von der linken und der rechten Seite des Gerätes. Auch ängstliche Patienten können diese Fixierung gut tolerieren. Am OP300 Maxio erleichtern bis zu 10 Laservisiere die exakte Ausrichtung (3 x Panorama, 1 x Kiefergelenk, 1 x Fernröntgen, 5 x 3D) des Kopfes und helfen Fehlpositionierungen zu vermeiden (Abb. 14).

In unserer Praxis erreichen wir sogar deutlich bessere Ergebnisse, als wir sie früher nur mit dem sitzenden Patienten vom KaVo 3D eXam gewohnt waren. Dieses Gerät steht mir seit 2013 in der KEEN International Dental Clinik und im Shandong International Implant Center zur Verfügung. Da ich somit den direkten Vergleich habe, kann ich mit großer Zufriedenheit feststellen, dass ich mit der Anschaffung des neuen OP300 Maxio von KaVo Deutschland den gegenwärtigen High-End-Level an Röntgendiagnostik zum Wohle der Patienten in meiner Praxis nutzen kann.

Fazit

Mit dem in unserer Praxis eingeführten Kombinationsgerät für 2D-3DRöntgendiagnostik kann sowohl der allgemeinzahnärztlich tätige Kollege, als auch ein Spezialist für Implantologie oder Endodontie auf ein technisch ausgereiftes System zurückgreifen und die Behandlungssicherheit für den Patienten und sich selbst deutlich verbessern. Ein Gerät, welches sowohl die heute hohen Anforderungen im Fachgebiet der Endodontie erfüllen kann, als auch über eine große Auswahl an Fields of View verfügt, setzt neue Maßstäbe in der Zahnmedizin. Die Qualität der digitalen Röntgenbilder und die Anwendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten der Bilddaten haben einen vorher nicht gekannten Stand erreicht, der für die vielen Mitbewerber auf dem wachsenden Röntgengerätemarkt eine Herausforderung darstellen wird. Man sollte sich bei der Auswahl neuer Technik bewusst sein, dass die Qualität einer Röntgenaufnahme oder dreidimensionalen Diagnostik über Erfolg oder Misserfolg der Behandlung eines Patienten entscheidend sein kann.

Literatur auf Anfrage beim Verfasser

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Frank Liebaug - Dr. Ning Wu

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Frank Liebaug , Dr. Ning Wu